19.01.2019 Ski fahren

Wenn ich zu Hause sage, ich gehe am Wochenende Ski fahren, fragen sie interessiert vielleicht wo denn und ich sage dann in Oberhof und alle verstehen darunter, dass ich einige Kilometer im Langlauf zurück legen werde.Hier in der Schweiz versteht man unter Ski fahren, dass man möglichst schnell einen möglichst hohen Berg herunter fährt. Zu Hause heißt das Ski Alpin oder einfach Abfahrt. Da man in der Schweiz meistens in den Alpen Ski fährt, spart man sich vermutlich das Alpin einfach. Ich fühle mich immer noch dazu genötigt, zu erklären, dass ich zwar Ski fahren kann jedoch kein Alpin bzw. Abfahrt. Ach so, du kannst also gar kein Ski fahren, heißt es dann von den Kollegen.

Da hier im Winter alle Ski fahren (also Abfahrt) möchte ich dies nun auch erlernen. Das ist ganz einfach, man fährt nach Österreich eine Woche, nimmt den Skikurs dort und kommt super ausgebildet wieder zurück. In der Schweiz geht das auch ist aber ein wenig kostspieliger, dafür kann man das am Wochenende machen, wohnt zu Hause und kommt mit dem GA quasi gratis bis zum Lift. Wir hatten Glück, ein Kollege von Mateo erklärte sich bereit uns einen Tag die Geheimnisse des schweizerischen Skifahrens zu erklären.

Zum Skifahren braucht man ja auch besondere Klamotten, Alltagsklamotten wie Jeans oder Mantel gehen auf der Piste gar nicht. Außerdem einen Helm, eine besondere Skibrille und besondere Handschuhe. Die Sachen, die man ja sowieso schon für das kalte Wetter bis minus zwanzig Grad teuer gekauft hat, kann man also so noch einmal kaufen. Bei Decathlon ist das erfreulich günstig aber man sieht auf der Piste auch aus wie jemand der sich die tollen Markenklamotten nicht leisten kann. Aber geschenkt, ich will immer noch Skifahren und keinen Preis gewinnen.

Das ganze ging dann so: Halb sieben aufstehen, zwanzig vor acht der Bus, sechs nach acht der Zug nach Spiez, dann Zweisimmen halb zehn. Ski und Schuhe ausleihen, mit dem Kollegen getroffen, weiter mit dem Zug nach Saanenmöser, dort mit der Seilbahn hoch auf Saanenwald. Drei mal runter auf den Ski und wieder hoch mit der Seilbahn. Der Kollege kann das Erklären der Geheimnisse beim Ski fahren ziemlich gut und brachte uns immer sicher durch die Piste. Dann weiter auf Saanerslochgrat, Picknick mit den mitgebrachten Wraps und Tee, ein warmer Cacao musste aber sein. Mit der Seilbahn wieder runter und weiter geübt. Rechtskurven gehen schon gut, Linkskurven nicht so. Gar nicht. Noch mal hoch und wieder runter und dan. Mehrmals hingelegt, lag es an der Erschöpfung oder an den anderen schnellen Pistenfahren. Die Piste vom Saanenwald runter nach Saanenmöser ist für die Anfänger markiert und am Vormittag waren die anderen auch sehr rücksichtsvoll und langsam unterwegs. Am Nachmittag war es das Gegenteil, es gab plötzlich viele schnelle rücksichtslose Fahrer und der Spaß verging etwas. Apres Ski beim warten auf den Zug. Der Lutz ist ein Getränk mit heißem Wasser und Zwetschgenschnaps und ein klein wenig Kaffee. Sehr lecker. Siebzehn Uhr dann die Ski und Schuhe abgegeben, noch ein warmes Getränk und den Zug achtzehn zwei genommen. Gegen halb acht halbtot wieder zu Hause.